Meine Themen

Interview mit Jens Guth zur Corona-Krise

 

Wie hat Corona deinen aktuellen Alltag verändert?

Mich belastet die derzeitige Situation schwer. Es ist weniger die eigene Situation, aber die der vielen Leute deren Arbeitsplatz oder gar berufliche Existenz gefährdet ist, geht an mir nicht spurlos vorbei.

Ich habe in den letzten Wochen viele Anfragen per Mail erhalten: Friseure, Physiotherapeuten, Musiklehrer, Hotelbetreiber, Kultur- und Medienleute, Schausteller, Gastronomen, Fahrschulen, Ärzte, Yoga-Lehrer, Sportvereine und viele weitere mehr schildern mit ihre Probleme. Ich versuche mich für alle einzusetzen und das kostet Kraft. Umso schöner ist der Lohn, wenn ich helfen konnte.

Ansonsten sind wie in vielen Bereichen auch unsere Büros für die Öffentlichkeit geschlossen und die Mitarbeiter in Homeoffice. Wir haben täglich teilweise mehrmals Video- oder Telefonkonferenzen. Aber es finden auch noch - mit hohen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen - Plenarsitzungen statt.

Hat die Politik richtig gehandelt bzw. was würdest du kritisieren?

Zu den Maßnahmen und Einschränkungen gab es aus meiner Sicht keine Alternative, wenn wir nicht in die gleiche Situation wie Italien, Frankreich oder Spanien kommen wollten.

Aber auch in unserem Gesundheitssystem gilt es einiges zu verbessern: hier muss einiges aufgearbeitet und verbessert werden. Angefangen von der Anzahl von Haus- und Fachärzten bis zur Pflegesituation in Krankenhäusern. Dem Personal möchte ich aber auf jeden Fall meinen Dank für die hervorragende Arbeit aussprechen.

Und ganz aktuell brauchen wir aber auch dringend eine Lösung für Kitas und Schulen, denn viele Eltern sind am Ende ihrer Möglichkeiten Urlaub oder Freizeit zu nehmen.

Wird die Welt nach Corona: zu einer besseren Welt oder zu einer Welt der Abschottung?

Ich hoffe, dass wir unsere freiheitliche Welt erhalten können. Ich wünsche mir aber, dass wir wegkommen von der Mentalität „Immer mehr, schneller, weiter...“

Gerade in Krisenzeiten muss man überlegen, was wirklich wichtig ist im Leben und wie man miteinander und mit Natur und Umwelt umgeht.

Ein Impfstoff gibt es flächendeckend, wahrscheinlich erst im Laufe des kommenden Jahres. Wie kann es weitergehen?

Es bleibt auf absehbare Zeit wichtig, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Wir werden nicht verhindern können, dass Leute weiterhin erkranken - aber eine „zweite Welle“ mit den gleichen Folgen wäre fatal!

Welche sinnvollen Maßnahmen kann der Stadtrat ergreifen, um einer Rezession entgegen zu wirken?

Wir haben auf Antrag von SPD und CDU einen „Wormser Hilfsfonds“ mit 2,2 Mio Euro beschlossen, Geld das uns das Land zur Bewältigung der Corona-Krise zur Verfügung gestellt hat. Hier können wir echte Unterstützung leisten! Zum Beispiel wo uns droht, dass wichtige Strukturen kaputt gehen, wie bei betreuenden Grundschulen. Aber auch z.B. unsere Kulturszene und Gastronomie, die sich in den letzten Jahren gut entwickelt hat, verdient Unterstützung nicht zuletzt um den Tourismus in Worms weiter zu fördern.

 

Social Media

Facebook-Profil von Jens Guth  Instagram-Profil von Jens Guth

Wirtschaftsstandort

Meine Heimat

Zukunftschance Kinder

Kultur & Tourismus

Jetzt Mitglied werden!

Jetzt Mitglied werden!